• Erbauer: Heuss
  • Baujahr: 1965
  • Sammlung Otto Heuss
MANUAL, f-c'''      
Gedackt 8'      
Principal 2'      
       
Der Name dieses Instrumentes leitet sich vom lateinischen "portare" = "tragen" ab. Tragorgeln waren im Mittelalter und in der Renaissance weit verbreitet, was durch viele ikonographische Zeugnisse belegt ist. Auf diesen Bildern oder Skulpturen ist zu sehen, dass das Portativ im Zusammenspiel mit den unterschiedlichsten anderen Instrumenten benutzt wurde und offensichtlich eine wichtige Rolle in der Musikkultur spielte. Portative wurden üblicherweise mit einem Schultergurt getragen. Mit der rechten Hand wurde die Klaviatur gespielt und mit der linken der Balg betätigt.

Mit der Wiedereinführung der mechanischen Schleiflade im Orgelbau zwischen den beiden Weltkriegen und in den 1950-er Jahren (s. Exponat 18 Nonnenpositiv) erlebten Portative eine Renaissance, jedoch abgekoppelt von der praktischen Musikausübung. Portative wurden häufig als Gesellenstücke von Orgelbauern hergestellt, denn an diesem Instrument kann mit sparsamen Mitteln fast alles demonstriert werden, was für den Bau einer Orgel wesentlich ist.

An unserem Ausstellungsstück konnte der Orgelbauer seine Fähigkeit zum Bau von Holzpfeifen, Metallpfeifen, einer mechanischen Schleiflade, einer Klaviatur und einer Balganlage beweisen. Da es ausschließlich um diesen handwerklichen Aspekt im Rahmen der zeitgenössischen Orgelbautechnik geht, spielen historische Vorbilder für den Bau von Gesellen-Portativen keine Rolle.

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PORTATIV