• Erbauer: Gebr. Oberlinger, Kopie nach einem Instrument von Michael Klotz, ca. 1600, im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg
  • Baujahr: 1988
  • Sammlung Gebr. Oberlinger
MANUAL, C/D/E/F/G/A-c''' (Kurze Oktave)
Regal 8'        
       
Das Regal ist das kleinste Musikinstrument, das die drei Definitionskriterien des Aerophons "Orgel" erfüllt, indem es die drei wesentlichen Orgel-Bestandteile enthält:

1. Pfeifen (eine Reihe aus extrem kurzbechrigen Zungenpfeifen)
2. Balg (zwei kleine manuell zu bedienende Keilbälge)
3. Klaviatur

In der Renaissance und im Frühbarock waren Regale sowohl in der sakralen als auch in der weltlichen Musikkultur weit verbreitet. Im 18. Jahrhundert geriet das Instrument in Vergessenheit, weil sein obertönig-schnarrender Klang nicht mehr der herrschenden Musikästhetik entsprach.

Kurze OktaveDie Kurze Oktave war im Orgelbau des 16. und 17. Jahrhunderts in ganz Europa die Regel; in Italien und Österreich hielt sie sich bis ins 18. und sogar 19. Jahrhundert. Es handelt sich um eine besondere Anordnung der Tasten der tiefsten Oktave, in der man die vier Halbtöne Cis, Dis, Fis und Gis wegließ, weil sie in der damaligen Musik kaum verwendet wurden. Deshalb sparte man sich die Herstellung der entsprechenden, relativ großen Pfeifen.

Obwohl das Kriterium der Einsparung bei Regalen und auch bei besaiteten Tasteninstrumenten kaum ins Gewicht fällt, wurde auch bei diesen die Kurze Oktave gebaut, denn die Spieler von Orgeln und Klavieren waren zu dieser Zeit dieselben, und eine unterschiedliche Ausprägung der Klaviaturen von Orgeln und anderen Tasteninstrumenten hätte eine Unbequemlichkeit für die Spieler bedeutet.

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REGAL