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DER HAMMERFLÜGEL / DAS HAMMERKLAVIER

   
Hammerklavier ist der Oberbegriff für besaitete Tasteninstrumente, deren Saiten durch kleine Hämmer, die in der Regel aus Holz bestehen und mit Filz oder Leder bespannt sein können, angeschlagen werden.
Die Bezeichnung Hammerklavier diente damit ursprünglich der Abgrenzung zu besaiteten Tasteninstrumenten, bei denen die Saiten etwa wie beim Cembalo durch Federkiele angerissen oder wie beim Clavichord durch Tangenten zum Klingen gebracht wurden. Hammerklaviere treten in verschiedenen Bauformen in Erscheinung. Weiter unten werden die verschiedenen Bauformen näher beschrieben. An dieser Stelle jedoch des besseren Verständnisses wegen der Hinweis: Bei flügelförmigen Instrumenten spricht man in der Regel von Hammerflügeln, bei rechteckigen, tafelförmigen Instrumenten von Tafelklavieren.

 

Clavichord

 
Hammerflügel im orgel ART museum rhein-nahe



Im Sinne dieser Terminologie ist auch das moderne Klavier ein Hammerklavier bzw. der moderne Flügel ein Hammerklavier oder auch Hammerflügel. In dem Maße, in dem nach 1800 Kielinstrumente und Clavichorde aus der Mode kamen und das Hammerklavier zum Standard-Tasteninstrument wurde, verkürzte sich der Name Hammerklavier auf den heute gebräuchlichen Begriff „Klavier“, eine Bezeichnung, die vorher – allerdings in der Schreibweise „Clavier“ – für das Clavichord benutzt wurde. Der so frei gewordene Begriff „Hammerklavier“ wurde indes im Rahmen der Renaissance historischer Tasteninstrumente wiederbelebt und wird inzwischen in der Regel für historisch frühe Bauformen der Hammerklaviere verwendet, die sich in verschiedenen Merkmalen vom modernen Klavier bzw. Flügel unterscheiden:

Rahmenkonstruktion und Besaitung

Im Gegensatz zum modernen Klavier oder Flügel, bei dem die statische Belastung der Konstruktion durch den Saitenzug, die immerhin bis etwa 20 Tonnen betragen kann, von einem geschlossenen gusseisernen Rahmen getragen wird, besaßen Hammerklaviere zunächst keinen solchen Metallrahmen, sondern Rahmenkonstruktionen aus Holz, zum Teil punktuell unterstützt durch einzelne Streben oder Anhangplatten aus Metall. Das Fehlen eines geschlossenen metallischen Rahmens zur Aufnahme der Saitenzugspannung ist ein typisches Merkmal des Hammerklaviers und wird ermöglicht durch die beträchtlich niedrigere Saitenzugbelastung.

Die Besaitung des Hammerklaviers ist im Gegensatz zum modernen Klavier „leichter“ ausgeführt: weniger Saitenspannung, vergleichsweise dünne Saiten und besonders bei frühen Instrumenten in der Regel weniger Saiten. Die geringere Saitenanzahl ist einerseits Resultat des geringeren Tonumfangs: fünf Oktaven von Kontra-F bis f’’’ in der Zeit von ca. 1750 bis ca. 1800; sechs Oktaven (Kontra-F bis f’’’’) von ca. 1810 bis 1820; um 1825/30 sechseinhalb Oktaven; erst gegen Mitte des 19. Jahrhunderts wuchs der Tonumfang auf die heute übliche Größe an. Andererseits wurde der Bezug in Mittellage und Diskant zunächst zwei- und erst bei fortschreitender Entwicklung dreichörig ausgelegt.

Vor der Erfindung der heute üblichen kreuzsaitigen Bespannung, bei der die Bass-Saiten diagonal über die Saiten der Mittellage geführt werden, wurden alle Saiten parallel zueinander angeordnet. Diese gerade Ausrichtung und Aufhängung der Saiten macht sich beim Hammerflügel optisch im Gegensatz zum modernen Flügel in der dem Cembalo nahestehenden Flügelform bemerkbar.

 

 

Mechanik

Während heute einige wenige Ausführungen des gleichen Klaviermechanik-Typs den Markt beherrschen, gab es am Anfang der Geschichte des Hammerklaviers beinahe so viele Mechanik-Konstruktionen wie Klavierbauer. Zwei Grundtypen kristallisierten aber sich schnell heraus: die Prellmechanik, auch „Wiener Mechanik“ oder „Deutsche Mechanik“ genannt, und die Stoßzungenmechanik, auch „Englische Mechanik“ genannt. Während sich die Stoßzungenmechanik gegen Ende des 19. Jahrhunderts durchsetzte, weiterentwickelt wurde und den heute standardisierten Mechaniktyp darstellt, findet sich die Wiener Mechanik heute nur noch in historischen Instrumenten und deren Nachbauten.

Die Hammerköpfe sind bei Hammerklavieren kleiner und leichter als heute. Bei einigen frühen Instrumenten (u. a. bei Tangentenflügeln und Instrumenten von Johann Andreas Stein) bestanden diese zunächst nur aus Holz, manchmal sogar aus Elfenbein, so dass der erzeugte Klang demjenigen eines Cembalos sehr nahe kam. Sehr bald aber wurden sie mit Leder bezogen. Schon bald wurde mit Kombinationen von Filz und Leder experimentiert. Erst nachdem Henri Pape 1826 ein Patent auf die Befilzung von Hammerköpfen angemeldet hatte, konnte sich Filz als alleiniges Hammerkopfbezugsmaterial immer mehr durchsetzen, bis sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts Filz als alleiniges Material etablierte.

Klang

Die genannten konstruktiven Unterschiede führen beim Hammerklavier zu einem Klangbild, das sich vom heute gewohnten Klavierklang deutlich abhebt. Der Klang des Hammerklaviers ist obertöniger, leiser, weniger voluminös, aber doch gesanglich und gut verschmelzungsfähig. Er ist „trockener“ und in den verschiedenen Lagen deutlich unterschiedlich; umgekehrt schneiden die Dämpfer den Klang nicht rigoros ab, sondern lassen die Saite noch ein wenig nachklingen. Während dieses von an den modernen Klavierklang gewöhnten Hörern zunächst als unausgeglichen empfunden werden kann, macht es doch den besonderen Reiz des Hammerklaviers aus. Manche Musik aus der Zeit der frühen Hammerklaviere erscheint, auf diesem Instrument gespielt, in einem ganz neuen Licht: Weil etwa der Bass des Hammerklaviers im Vergleich zum modernen Klavier viel heller, durchsichtiger und gut zeichnend klingt, klingen tiefliegende Akkorde ungewohnt klar.

Klangveränderungen

Viele Hammerklaviere des 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts verfügen neben den noch im heutigen Klavierbau üblichen Klangvariationen

  • Forte bzw.Dämpfungsaufhebung (rechtes Pedal): Aufhebung aller Dämpfer, sodass Töne auch nach Loslassen der Tasten weiterklingen und durch gegenseitige Resonanzen den Klang verstärken;
  • Una corda(linkes Pedal): Verschiebung von Klaviatur und Mechanik mit Hämmern, sodass diese nicht mehr alle Saiten eines Saitenchors anschlagen;

über weitere Klangeffekte, die über Pedale oder Kniehebel eingeschaltet wurden. Die wichtigsten dieser sogenannten „Veränderungen“ waren:

  • Moderator: ein zwischen Hämmer und Saiten schiebbarer Filz-Streifen dämpft den Klang;
  • Fagott-Zug: eine Rolle aus Pergament auf den Saiten erzeugt eine schnarrende Klangfarbe;
  • Janitscharen-Zug: Trommel, Becken und Schellen der Janitscharenmusik, eines marschmusikartigen Schlagzeug-Effekts, werden durch einen gegen den Unterboden schlagenden Lederklöppel (Trommel), durch anzuschlagende Schalenglöckchen (Schellen) und durch einen Metallbügel, der auf die Bass-Saiten des Instruments schlägt und diese zum „Scheppern“ bringt (Becken), imitiert;
  • Harfenzug: ein an das Saitenende schiebender Filzkeil verringert das Obertonspektrum - vergleichbar mit dem Lautenzug des Cembalos.

 

 

 

 
[Quelle: Wikipedia]  

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
     

 

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